GLOBAL 2000: Anbauzulassung des Gentech-Mais 1507 verhindern!

Utl.: Hoch riskante Gentech-Maissorte darf nicht zugelassen werden. =

Wien/Brüssel (OTS) – Heute findet im Ausschuss der ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten in Brüssel eine Vorentscheidung zum gentechnisch manipulierten Mais 1507 des Agrarkonzerns Pioneer statt. Ohne genügend Zeit für Diskussionen einzuräumen und sogar entgegen den Einschätzungen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die EU-Kommission im Herbst beschlossen, den Gentech-Mais zur Abstimmung freizugeben. Im Herbst 2013 hatte der Agrarkonzern Pioneer eine Klage gegen die EU-Kommission gewonnen. Der Vorwurf: Die europäischen Verfahren zur Anbauzulassung für den von ihnen angemeldeten Gentech-Mais 1507 seien zu langwierig und würden dem Konzern daher wirtschaftliche Einbußen verursachen. Danach musste die Kommission schnell handeln. Sie entschied, dass der GV-Mais geeignet sei für eine Anbauzulassung und dass wie üblich der Agrarministerrat darüber abstimmt. Die Abstimmung hätte noch vor Weihnachten stattfinden sollen, wurde aber vertagt.

Heute werden die ständigen Vertreter der Mitgliedsstaaten in Brüssel eine Vorentscheidung treffen, ob der GV-Mais zugelassen werden soll oder nicht. Nach wie vor gibt es in der EU Mitgliedsstaaten, die Gentechnik in der Landwirtschaft stark befürworten. Heidemarie Porstner, Gentechniksprecherin von GLOBAL 2000: “Bei diesem Zulassungsverfahren wurden allerdings grobe Bedenken vor allem der kleineren Mitgliedsstaaten wie Österreich und Ungarn einfach außer Acht gelassen. Die EU-Kommission hätte schon im Oktober entscheiden können, den 1507 abzulehnen und hat dies nicht getan.”

Selbst die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte auf kritische Aspekte des Gentech-Mais 1507 hingewiesen. Der GV-Mais einhält ein Insektizid, das auch zahlreiche nützliche Falterarten schädigt. Über die Auswirkungen des Insektizids auf Bienen wurden keine Untersuchungen gemacht. Zudem enthält der 1507 ein Herbizid-Resistenzgen. Das bedeutet, dass das Herbizid Glufosinat zur Unkrautvernichtung angewendet werden kann, ohne dass die Gentech-Pflanze Schaden nimmt. Das Herbizid steht allerdings im Verdacht, erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt und die menschliche Gesundheit zu haben. Porstner abschließend: “Wir hoffen, dass die Mitgliedsstaaten sich heute gegen eine Anbauzulassung aussprechen. Zu viele Risiken sind damit verbunden, zu wenig Diskussion hat stattgefunden. Es darf nicht passieren, dass ein weiterer hoch riskanter Gentech-Mais in Europa zugelassen wird.”

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Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000-Pressesprecherin: Lydia Matzka-Saboi, Tel.: 0699/14 2000 26, E-Mail: presse@global2000.at
GLOBAL 2000-Gentechniksprecherin: Heidemarie Porstner, Tel.: 0699/14 2000 52, E-Mail: heidemarie.porstner@global2000.at
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