Will EU Homöopathie abschaffen?

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2014-02-03 / 11:29:41 / Hennrich.PR

Abschaffung der Homöopathie durch die Hintertür?

EU stellt Hürden auf

 

Wien (OTS) – Homöopathie findet seit vielen Jahren breite Zustimmung
in Österreich. Sie ist die beliebteste und bekannteste
komplementärmedizinische Behandlungsform. Durch die Einführung
absurder Gebühren in Europa befürchten ExpertInnen der Initiative
“Homöopathie hilft!” nun die Abschaffung der Homöopathie durch die
Hintertür.

2012 ist in der Europäischen Union ein umfangreiches Gesetzeswerk
zur Sicherheit im Arzneimittelwesen in Kraft getreten. Unter anderem
sieht dieses Gesetz die regelmäßige Vorlage eines
Sicherheitsberichtes (PSUR=periodic safety update report) vor, in dem
schwere Nebenwirkungen zusammengefasst gemeldet und analysiert werden
müssen. Grundsätzlich muss dies alle drei Jahre erfolgen, wobei
abhängig vom Risikopotential einzelner Substanzen unterschiedliche
Fristen zwischen sechs Monaten und 28 Jahren vorgesehen sind. (2) Die
Ausgangsstoffe der Homöopathie sind in dieser Liste jedoch nicht
erfasst, womit automatisch die 3-Jahres-Frist zur Anwendung gelangt.
Diese Frist gefährdet die Homöopathie.

Skandal: Sinnlose Gebühren

Nun soll im Jahr 2014 eine Gebührenordnung in Kraft treten, in der
die Bearbeitungsgebühren für diese Sicherheitsberichte durch die
europäische Arzneimittelbehörde EMA geregelt werden. Diese
Gebührenordnung sieht für die Begutachtung der
PSUR-Sicherheitsberichte eine Gebühr von EUR 19.500,- vor. Während
vereinfacht registrierte Homöopathika (z.B. homöopathische
Einzelmittel) ohne genehmigtes Anwendungsgebiet von diesen Gebühren
generell befreit sind, werden hingegen alle Homöopathika mit
genehmigtem Anwendungsgebiet voll von dieser Regelung erfasst. “Die
EU würde Millionenbeträge für Begutachtungen einheben, die in diesem
kurzen Intervall aufgrund der hohen Arzneimittelsicherheit bei
Homöopathika völlig sinnlos wären”, so Sabine Lexer. “Das ist doch
nur reine Geldmacherei!” Und das auf dem Rücken der Patienten, denn
“Für die Patienten bedeutet dies, dass sie in Zukunft auf viele
hochwirksame homöopathische Arzneimittel verzichten werden müssen,
weil kein Hersteller diese horrenden Gebühren zahlen kann.”

Beliebte Therapiemethode

“Besonders beliebt ist Homöopathie bei Frauen, vor allem in der
Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren, sowie bei Familien mit Klein-
und Schulkindern”, weiß Mag. Sabine Lexer, Pharmazeutin in der St.
Anna Apotheke Wien und neue Obfrau der Initiative “Homöopathie
hilft!”.

88 Prozent der ÖsterreicherInnen – und sogar 92 bis 93 Prozent der
Familien mit Klein- und Schulkindern – sind der Meinung, dass
homöopathische Arzneien weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche
Medikamente. 72 Prozent – und sogar 83 Prozent der Familien mit
Schulkindern bzw. 76 Prozent der Familien mit Kleinkindern – führen
die gute Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel an. Außerdem sind
63 Prozent aller ÖsterreicherInnen der Meinung, dass Homöopathika für
Kinder gut geeignet sind. Das finden auch 73 bis 74 Prozent der
Familien mit Klein- und Schulkindern. Haupteinsatzgebiete der
Homöopathie sind Husten (45 % Familien mit Schulkindern), Schnupfen
(43 %) und leichte Erkältungen (39 %) – siehe GfK-Studie von 2012
(1).

“In Österreich ist eine qualitätsvolle Anwendung durch erfahrene
Schulmediziner und Schulmedizinerinnen mit einer qualifizierten
Homöopathieausbildung sichergestellt”, erklärt Sabine Lexer und
beklagt: “Die EU-Bürokratie gefährdet nun die weltweit erfolgreiche
Therapie durch fragwürdige finanzielle Hürden.”

Initiative “Homöopathie hilft!”

Die Internet-Plattform www.homoeopathiehilft.at bietet ein
umfangreiches Service rund um das Thema Homöopathie. Eine
Arzneimitteldatenbank zu Bewährten Indikationen, wie z.B.
Erkältungen, Adressen von ÄrztInnen und homöopathischen Ambulanzen in
ganz Österreich sowie einen Veranstaltungskalender (Vorträge, etc.)
finden sich auf der Website.
Fachlich wird die Initiative “Homöopathie hilft!” von einem
Fachbeirat begleitet, dem MedizinerInnen unterschiedlicher
Fachbereiche und ApothekerInnen angehören.

Quellen:
1) GfK Austria, Homöopathie in Österreich, Nutzerbefragung.
Repräsentativ für die Österr. Bevölkerung ab 15 Jahren. 2012.

2) List of Union reference dates and frequency of submission of
periodic safety update reports (PSURs):
http://www.ots.at/redirect/ema1

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