Wir fasten während andere hungern

Fastenzeit: Wir fasten während andere hungern

Nicht jeder hat sein tägliches Brot

Evangelischer Bischof und Schirmherr von “Brot für die Welt” Michael Bünker anlässlich der Passionszeit

 

Wien (OTS) – Ab morgen – Aschermittwoch – werden in Österreich wieder
viele Menschen in den sauren Apfel beißen, und manche werden eine
mehrwöchige Fastenzeit einlegen. “Viele kommen heute drauf zurück,
was früher in christlichen Haushalten üblich war. Sie wollen sich
nach dem Fasching beim Alkoholtrinken einschränken, beim
Fleischessen, beim Schokoladeessen, vielleicht auch beim Autofahren.
Oder sie planen eine Abnehmkur. Ich persönlich faste aus
evangelischer Freiheit immer wieder gerne. Zum Beispiel sieben Wochen
ohne Fernsehen. Langweilig wird mir bestimmt nicht,” so der
evangelische Bischof und Schirmherr der Aktion “Brot für die Welt”
mit einem Augenzwinkern.

“Aber was mir währenddessen am meisten zu denken gibt, ist der
Umstand, dass wir hier im Norden das Fasten als etwas sehen, das uns
zwischendurch gut tut, während in vielen Ländern dieser Welt die
tägliche Not herrscht.”

In der Europäischen Union werden laut FAO jedes Jahr pro Person
durchschnittlich 179 Kilogramm Lebensmittel weggeworfen
(http://www.fao.org/docrep/014/mb060e/mb060e00.pdf). Jedes fünfte
Stück Brot in Österreich landet im Müll. Der verschwenderische Umgang
mit Lebensmitteln hat einen neuen Höhepunkt erreicht.

“Dem gegenüber stehen aktuell fast eine Milliarde Menschen in den
Entwicklungsländern, die an Hunger und Unterernährung leiden”, betont
Bischof Michael Bünker anlässlich des bevorstehenden Aschermittwochs
(5.März) und zum Beginn der Fastenzeit.

“Im Jahr 2000 hat die Weltgemeinschaft die
Millenniums-Entwicklungsziele vereinbart, und damit vor allem dem
Hunger den Kampf angesagt. Doch die Zahl der Menschen, deren täglich
Brot nicht ausreichend gesichert ist, stieg seit damals weiter an”,
beklagt der Bischof. “Das ambitionierte Ziel für 2015 liegt in weiter
Ferne. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Österreichische
Regierung nicht aus den Augen verliert, dass sie einen Beitrag von
0,7 Prozent des Nationaleinkommens für die Entwicklungshilfe
versprochen hat”, betont Michael Bünker.

Neben der Verantwortung, die der österreichische Staat wahrnehmen
muss, ist das private und kirchliche Engagement in der
Entwicklungszusammenarbeit besonders wichtig.

“Brot für die Welt” ist die entwicklungspolitische Aktion der
Evangelischen Kirche und der Diakonie. Schwerpunkte in der
Projektarbeit sind Ernährungssicherung, Bildung, Menschen mit
Behinderungen, Friedensarbeit im Nahen Osten und die Stärkung von
Frauen.

“Anlässlich der Fastenzeit möchte ich die
Entwicklungszusammenarbeit wieder stärker in das Bewusstsein der
Menschen rücken. Das Engagement für hungernde und notleidende
Menschen ist wichtiger als je zuvor”, meint Bischof Bünker
abschließend.

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OTS0017 2014-03-04 09:00 040900 Mär 14 DIK0001 0426